Por­trait­se­rie: 3 Fra­gen an 10 Ber­li­ner Aktivist*innen

Teil 1: Pia Mann

#sicht­bar­so­li­da­risch

Pia Mann #sichtbarsolidarisch

Sicht­bar soli­da­risch! Lesbisch*.Sichtbar.Berlin stellt 3 Fra­gen an 10 Ber­li­ner Aktivist*innen. Die Viel­falt und die lange Geschichte des les­bi­schen* und quee­ren Akti­vis­mus in Ber­lin beruht auf dem gro­ßen Enga­ge­ment vie­ler Men­schen. Mit unse­rer Por­trait­se­rie möch­ten wir einige von ihnen würdigen.

Name: Pia Mann

 

Kurz­vor­stel­lung:

Pia Mann enga­giert sich ehren­amt­lich bei DIS­CO­VER FOOT­BALL, einer NGO, die sich für Frauen*- und LSBTIQ-Rechte im und durch Fuß­ball ein­setzt. Haupt­be­ruf­lich arbei­tet sie als Sozi­al­ar­bei­te­rin und LSBTIQ-Sen­si­bi­li­sie­rungs­trai­ne­rin bei der Schwu­len­be­ra­tung Ber­lin. Sie ist Grün­dungs­mit­glied und aktive Fuß­bal­le­rin bei dem queer-femi­nis­ti­schen Fuß­ball­ver­ein DFC Kreuz­berg. Zudem ist Pia Mann Mit­in­itia­to­rin von #kick­out, einer Kam­pa­gne für mehr Sicht­bar­keit und Selbst­ver­ständ­lich­keit von quee­ren Men­schen im Fußball.

 

Was bedeu­tet les­bi­sche* Sicht­bar­keit für dich?

Sicht­bar­keit von Les­ben* und ande­ren Queers ist zum einen wich­tig, um im Main­stream zu zei­gen, dass es uns gibt und unser Leben und Lie­ben genauso selbst­ver­ständ­lich ist wie das von hete­ro­nor­ma­ti­ven Men­schen. Ande­rer­seits stehe ich dem Kon­zept des Com­ing-outs auch kri­tisch gegen­über: Schließ­lich muss sich ja auch nie­mand als cis­ge­schlecht­lich bzw. hete­ro­se­xu­ell outen. Aber ja, ich bin in der pri­vi­le­gier­ten Posi­tion, offen und öffent­lich über mein Les­bisch­sein reden zu kön­nen — u.a. um poli­ti­sche Kämpfe mit ande­ren Queers zu füh­ren oder um Vor­bild und Ermu­ti­gung für Men­schen zu sein, die viel­leicht in Struk­tu­ren ste­cken, die es ihnen (noch) nicht ermög­li­chen, immer und über­all sie selbst zu sein.

 

Wel­che Idee wür­dest du gerne verwirklichen?

Als Fuß­ball-Akti­vis­tin würde ich gerne dazu bei­tra­gen, eine fuß­ball-femi­nis­ti­sche Bewe­gung zu krei­ie­ren, in der sich Queer-Feminist:innen und Sportler:innen gegen­sei­tig in ihren Kämp­fen unter­stüt­zen — ähn­lich wie in Argen­ti­nien, wo Feminist:innen in Fuß­ball­sta­dien gehen und Spieler:innen anfeu­ern und gleich­zei­tig Fußballer:innen queer-femi­nis­ti­sche For­de­run­gen mit Ban­nern etc. vertreten.

 

Deine Wün­sche an die Ber­li­ner LSBTIQ*-Community…

…gemein­same queer-femi­nis­ti­sche Aktio­nen und Ver­an­stal­tun­gen, bei denen Unter­schiede aner­kannt und benannt wer­den und es gleich­zei­tig Ver­bin­dung, Mensch­lich­keit und Wohl­wol­len gibt.

 

…Bewusst­sein für und Kampf gegen Dis­kri­mi­nie­rungs­for­men in ihrer Inter­sek­tio­na­li­tät in und außer­halb der Com­mu­nity wie z.B. (Alltags-)Rassismen oder TERF-Politiken.